Xala[SE 1975, Ousmane Sembène]
[› Buch S. 203]
Xala versteht sich als moralisches Lehrstück und als Satire auf die neue gesellschaftliche Elite eines Landes nach dem Ende des Kolonialismus. Zu Beginn des Films werden die Franzosen zwar mit theatralischen Gesten vertrieben, doch sie bleiben fortan als Berater und Geldgeber im Hintergrund aktiv. Die neuen Geschäftsherren kopieren ihr Handeln, ja noch schlimmer - sie treiben Korruption, Verschwendungssucht und Misswirtschaft auf die Spitze und arbeiten weitgehend ohne Sachverstand. Die sexuelle Impotenz steht auch als Sinnbild für den Verlust der ursprünglichen Kultur und Identität.
Yeelen[ML 1987, Soulemane Cissé]
[› Buch S. 204]
In der Wüste kommt es nach langer Verfolgungsjagd zum Duell zwischen dem rachsüchtigen Vater und seinem verstossenen Sohn - zur finalen Auseinandersetzung zwischen den beiden Zauberern. Das gleissende Licht ihrer Magie vernichtet beide. Yeelen zeigt, dass Licht die Voraussetzung des Sehens ist (auch Film wird oft als Schreiben mit Licht bezeichnet). Doch am Ende wird es zur Kraft, die alles auslöscht. Cissé gelingt es, den Zuschauer zum Staunen zu bringen und die Schönheit zum sinnlichen Erlebnis zu machen - mit einfachsten Mitteln, wie der Ausschnitt eindrücklich zeigt.












